Artikel über unseren 2. Vorstand und Torwart der 1. Mannschaft

Artikel über unseren 2. Vorstand und Torwart der 1. Mannschaft vom 02.12.15

Am Mittwoch, den 02.12.15 erschien ein Artikel auf dem Internetportal fupa.net, sowie im Regionalteil der Nürnberger Zeitung über Alexander Lowig, unseren 2. Vorstand und Keeper der 1. Mannschaft.
Ein großer Dank gilt dem Autor Jan Mauer, der die Erlaubnis erteilt hat, den Artikel hier komplett zu veröffentlichen:
 

 

Zwischen den Pfosten und am Vorstandstisch

Alexander Lowig vom ASN Pfeil/Phönix ist mehr als nur ein Kreisklassen-Torwart, er ist ein Glücksfall für seinen Verein
Nürnbergs Fußballer, das sind viele kleine Geschichten, die der Amateur­fußball schreibt. In unserer Serie sam­meln wir sie - vom Knoblauchsland bis zum Fernsehturm. Diesmal mit Alexander Lowig vom ASN Pfeil/Phö­nix – ein Keeper, der mithilft, dass sein Verein weiterlebt.

 Wenn andere Sonntags fünf Minu­ten nach Treffpunkt in die Kabine stol­pern, ihre Tasche auf den Boden knal­len, ist Alexander Lowig schon seit Stunden da. Er hat dann bereits ein Auge auf die Kabinen geworfen, dar­auf, dass das Gelände ordentlich aus­sieht, hat ein paar Worte mit Spiellei­ter, Reservetrainer und den Damen vom Kiosk gewechselt. Lowig, hochge­wachsen, flachsblond, ist 32 Jahre alt.
 
Vor einem Vierteljahrhundert haben sie ihn hier in die ersten kleinen Fußballschuhe gesteckt, inzwischen ist er längst verwachsen mit dem schmucken Gelände am Marienberg. Früh schon brachte er sich ein, er führ­te die Mannschaftskasse, kümmerte sich darum, dass man dem Trainer an der Weihnachtsfeier ein Präsent über­reichen konnte, besorgte Wurst und Bier für das Kabinenfest. Und wie es mit solchen Menschen häufig passiert: Vor eineinhalb Jahren, am Ende einer Vereinssitzung, steckte er plötzlich in einem offiziellen Amt.
 
Stellvertretender Vorsitzender ist er seitdem, in einem familiären Verein mit drei Abteilungen. Sinkende Mit­gliederzahlen, unbesetzte Ehrenamts­stellen, Fusionen, Pleiten – solche The­men sind derzeit bei vielen Vereinen an der Tagesordnung, und es sind Men­schen wie Lowig, die hier am Marien­berg noch das schaffen, was anderswo nicht mehr gelingt: Einen solch klei­nen Sportverein am Leben zu halten - und mit Leben zu füllen. Sponsoren und Spenden zu akquirieren, das sei wichtig, sagt Lowig, er schaut sich des­halb auch bei anderen Vereinen um, welche Wege, welche Ideen die ange­hen, um finanziell und im Wettkampf der Freizeitangebote zu bestehen. Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit ist er unterwegs für seine „Assen“. Damit es auch künftig weitergeht.
Noch ein paar Jahre will er hier in dieser Doppelfunktion tätig sein, schon jetzt aber hat er in der jüngeren Geschichte des Vereins auch sportlich seine Fußstapfen hinterlassen. Lowig ist Teil einer „goldenen Generation“, die für Aufschwung sorgte.
 
„Das ging eigentlich 2005 los, mit dem 100-jähri­gen Vereinsjubiläum, damals hat sich die Mannschaft massiv gebessert“, erinnert er sich. Die gefühlt 100 Jahre zuvor nämlich steckte der Verein ganz unten in der Ligenhierarchie, mit die­sem jungen Jahrgang aus der eigenen Nachwuchsarbeit wurde es anders: Ein zweifacher Aufstieg folgte, ein paar Jahre in der höchsten Spielklas­se der Stadt, ein Abstieg; zweimal scheiterten sie in der Relegation zur Kreisliga. Die Mannschaft, inzwi­schen zurück auf dem Tableau des Nürnberger Amateurfußballs und mit begrenzter aber wahrnehmbarer Strahlkraft auch auf Akteure auswär­tiger Vereinen, hat in der Zwischen­zeit längst ein neues, jüngeres Gesicht bekommen. Eins aber hat sich nicht geändert: Lowig steht nach all diesen Spielzeiten immer noch im Kasten – und war mit seinen Paraden oft Lebensversicherung.
Häufig genug aber saß das Vor­standsmitglied nach Gegentoren auf dem Hosenboden, warf seine beiden Arme ohnmächtig in die Luft, an der Defensivarbeit seiner Vorderleute ver­zweifelnd. Wollte er sich niemals höherklassig versuchen?
„Ein paar lose Anfragen waren schon da“, sagt er „und gereizt hätte es mich auch. Aber wenn ich ehrlich bin, wollte ich hier nie weg.“ Denn er wollte nie jemand sein, der nur zum Treffpunkt kommt und seine Tasche auf den Boden knallt. Sein Verein ist für ihn „Hobby- und Herzblutangelegen­heit“, sagt er.„Eben weil man hier etwas mitgestalten kann.“
 
Nachgefragt bei Roland Frey, sei­nem Trainer: Ein geselliger Typ mit sehr hohem Wert für die Mannschaft, sei dieser Lowig„und auf der Linie Weltklasse“. Das Feld außerhalb sei­nes Fünfers, räuspert sich Frey, sei dem Keeper aber eher unbekannt. Doch auch er betont: Ohne seinen stell­vertretenden Vorsitzenden, der neben­bei noch als Kaufmännischer Ange­stellter arbeitet, würde weniger lau­fen in diesem Verein. Und die Unter­stellung, er sei nicht nur auf dem Platz am Marienberg, sondern auch auf jeder Kirchweih der Stadt zuhause? Kann Lowig bestätigen. „Besuche waren auf jeden Fall in ausreichender Zahl vorhanden“, sagt er und muss auflegen. Das Amt, das Hobby, das Herzblut drängt: Die Weihnachtsfeier der Alten Herren steht an.

 
„Ein Torhüter ist ja nichts ohne Abwehr­leute davor“, so der Keeper und schlägt einen Abschlag über Pegnitz und Dut­zendteich zum ESV Rangierbahnhof. Dort ist Jan Thunhardt Kapitän der Kreis­klassentruppe. Den wollte Lowigs aktu­eller Trainer Frey einst zum TSV Buch in die Landesliga holen. Frey ist sich sicher:
„Er hätte es da auch geschafft.“